Klimaspaziergang

Der Klimawandel ist vor der Haustür angekommen – und jetzt? Ein Bericht über unseren
Spaziergang beim Naturfreundehaus am 09. September 2026
Unser Thema war: Wald, Wasser, Wiesen – wie der Klimawandel Eningens Natur verändert.
Das Thema beschäftigt viele Menschen. Das zeigte auch die hohe Teilnehmerzahl von fast 30
Personen, die gekommen waren.
Tanja Morgenstern und Wolf-Dieter Baumann haben ihr vielschichtiges Fachwissen
eindrücklich geschildert. Herbert Hanner als ehem. Förster, Andreas Bögel als Jäger und
Regine Gorgas haben ebenfalls ihre Beobachtungen und Einschätzungen abgegeben. Einige
Ideen für den Umgang damit haben sie auch mitgeliefert.
Amphibien brauchen sichere Laichgewässer, feuchten (Wald)Boden und Verstecke.
Nächtliches Befahren von Wirtschaftswegen sollte vor allem bei feuchtem Wetter möglichst
vermieden werden. Um das Einschleppen der Salamanderpest (tödlicher Hautpilz) zu
verhindern, sollte Wanderausrüstung nach dem Urlaub in betroffenen Gebieten gesäubert
werden.
Insekten brauchen Nahrungspflanzen, aber auch Orte, an denen sich ihre Nachkommen
entwickeln können. Bankette, Hecken und Waldrändern besser nur abschnittsweise
abmähen und jedes Jahr andere Stücke stehen lassen. Der in Eningen eingesetzte Apparat
für Heckenschnitt ist zwar wirtschaftlich, schreddert aber auch alle Tiere incl. Nachwuchs
gleich mit. Insekten-/Vogel-Tränken mit flachem Rand, flachem Stein oder Moos drin
aufstellen. Vielfältige insektenfreundliche Pflanzen auf Feldern, Wiesen, in Balkonkästen,
Gärten und auf öffentlichen Grünflächen anpflanzen. Wildbienen-Nisthilfen anbieten (z.B.
markhaltige Stängel stehen lassen, Bambusröhren, Lehmziegel).
Nachtaktiven Insekten brauchen Dunkelheit. Straßenlaternen müssen insektenfreundlich
sein und könnten früher ausgeschaltet werden oder nur nach Bedarf angehen. Private Deko-
Beleuchtung sollte nur begrenzt eingesetzt und von 22-6 Uhr abgeschaltet werden.
Fassadenbeleuchtung ist von Anfang April bis Ende September (mit Ausnahmeregelung)
sogar verboten.
Vögel und Fledermäuse benötigen viele Insekten. Manche Arten wie Spechte profitieren von
kaputten Bäumen mit guten Nistmöglichkeiten und Nahrungsangebot. Weitere verschiedene
Vogel- und Fledermauskästen werden gerne angenommen und können auch zuhause
aufgehängt werden.
Der Forst fördert viele verschiedene Baumarten im Wald. So hofft man, dass es auch für die
nächsten 50-70 Jahre genügend Bäume gibt, die das extremere Klima aushalten. Um
Naturverjüngung im Wald zu fördern, halten die Jäger das Wild in einer verträglichen Menge.
Es wurden auch Wildschweinsuhlen und Wildtränken mit Wasser versorgt.

Um für Igel und andere Kleintiere in den Gärten ein Revier zu bieten, sind ungemähte Ecken
mit Verstecken oder einem katzensicheren Igelhaus gut. Auch Igel nutzen Tränken. In Zäune
Igeltore einbauen. Mind. 13x13cm große Durchlässe sind groß genug oder Zaun nicht
bodentife einbauen. Vor allem in Gitterstabzäunen bleiben immer wieder Igel stecken.
Rasenmähroboter bei Dunkelheit abstellen um verletze Igel, Amphibien und andere
Kleintiere zu vermeiden.
Streuobstwiesen regelmäßig pflegen. Junge Bäume wässern. Misteln sollten entfernt
werden. Schnitttechniken anpassen. Wenn Stamm und Früchte verbrennen, mehr Äste
stehen lassen. Resistentere Sorten und andere Obstarten wie Maulbeeren, Aprikosen,
Pfirsich, Quitten, Feigen, Kaki ausprobieren. Bei Spätfrostgefahr späte Sorten pflanzen.
Tradition mit Innovation ist hier das Motto.
Wir als GAL-Fraktion wollen nachschauen, wo es schon gut läuft und wo wir in der Gemeinde
Verbesserungen anregen können. Wichtig ist uns eine Vernetzung der Akteure, dass wir
voneinander lernen und Wissen weitergeben.